Ärztliche Bescheinigung und die Entschuldigung des Fernbleibens

Eine ordnungsgemäß ausgestellte Bescheinigung belegt mit einem hohen Beweiswert, dass ein ausgebildeter Mediziner eine Erkrankung festgestellt hat. Dies löst eine weitere Nachforschungspflicht des Gerichts aus. Es liegt eine ausreichende Entschuldigung vor, wenn sich ergibt, dass der Betroffene nicht zum Termin erscheinen konnte oder ihm dies nicht zumutbar war. Es reicht also aus, wenn die Anreise unmöglich ist. Eine Verhandlungsunfähigkeit muss nicht gegeben sein.

KG Berlin, 3 ORbs 133/26

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Ladungsfrist nicht eingehalten

Ist die Frist nicht eingehalten worden, muss auf Antrag der Termin verlegt werden. Auf die Begründung kommt es dann nicht an. Um die Verfahrensrüge der fehlerhaften Ablehnung eines Aussetzungs- oder Verlegungsantrags zulässig zu begründen, müssen weder die Begründung des Antrags noch die Ablehnungsgründe dargestellt werden.

KG Berlin, 3 ORbs 121/26 – 162 SsBs 37/26

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Kündigung wegen Entzugs der Fahrerlaubnis

Wird einem Außendienstmitarbeiter, der mindestens 50 % im Außendienst mit seinem Dienst – PKW unterwegs ist, die Fahrerlaubnis für mindestens 9-12 Monate entzogen, kann ihm gekündigt werden. Und er kann sich dagegen auch nicht wehren, indem er vorbringt, sein Vater könnte ihn in dieser Zeit fahren. Dies ist dem Arbeitgeber nicht zumutbar, und zwar selbst dann nicht, wenn angeboten wird, dies mit dem Privat – PKW zu tun. Da der Arbeitnehmer hier nicht zu den Gründen der Entziehung vorgetragen hat, konnte auch nicht auf ein mangelndes Verschulden an der Entziehung abgestellt werden.

ArbG Nordhausen, 3 Ca 1094/25

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Geisterfahrer nach langem Auslandsaufenthalt

Ein Mann kam aus einem Thailand Urlaub von sieben Wochen zurück. Dort gilt – anders als bei uns. – der Linksverkehr. Es kam, wie es kommen musste. Er fuhr falsch auf Anna Landstraße und befuhr 2-3 km die linke Seite. In einer Kurve kollidierte er mit zwei entgegenkommenden (in der richtigen Fahrtrichtung fahrenden) Fahrzeugen, zwei Personen wurden verletzt.

Eine fahrlässige Straßenverkehrsgefährdung wurde verneint, da es an einer rücksichtslosen Fahrweise fehlte. Hierfür wäre erforderlich gewesen, dass der Fahrer sich bewusst aus eigensüchtigen Gründen über seine Pflichten hinwegsetzt oder aus Gleichgültigkeit gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern gehandelt hat. 

Dies konnte das Gericht nicht erkennen, es blieb eine fahrlässige Körperverletzung in zwei fällen übrig.

Der Mann hatte einen langen Nachtflug hinter sich, dann einige Stunden geschlafen und fühlte sich fahrtüchtig. Lediglich aus Fahrlässigkeit beachtete er nicht, dass in Deutschland Rechtsverkehr gilt.

OLG Zweibrücken, 1 OLG 2 Ss 34/22 

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Unfall mit einem Radfahrer auf dem Zebrastreifen

Überquert ein Radfahrer einen Zebrastreifen fahrend statt schiebend und kommt es zu einer Kollision mit einem PKW, kann eine alleinige Haftung des Radfahrers anzunehmen sein. Bei einem groben Verkehrsverstoß tritt dann sogar die Betriebsgefahr des PKW vollständig zurück.

Einen Zebrastreifen müsste der Radfahrer schiebend überqueren, um nach § 26 I StVO Vorrang vorm fließenden Verkehr zu haben.

LG Hamburg, 306 0 40/26

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