Beschlagnahme eines veränderten Fahrzeugs 

Hinweise auf Veränderungen der Motorsteuerung, eine über ein Tablet schaltbare Änderung der Motorleistung und Veränderungen der lichttechnischen Einrichtungen sowie ein auffälliges dröhnendes und knallendes Betriebsgeräusch reichen aus, um konkrete tatsächliche Anhaltspunkte dafür zu liefern, dass durch technische Veränderungen jedenfalls das Geräuschverhalten des Fahrzeugs gegenüber dem genehmigten Zustand verschlechtert wurde und deshalb die Betriebserlaubnis nach § 19 StVZO erloschen ist. Ob darüber hinaus eine Verschlechterung des Abgasverhaltens oder eine zu erwartende Gefährdung von Verkehrsteilnehmern vorliegt, bedarf weiterer technischer Aufklärung.  Der Verdacht beruht insbesondere auf den konkreten Hinweisen auf eine veränderte Motorsteuerung in Verbindung mit dem berichteten Geräuschverhalten. Eine abschließende Feststellung der technischen Veränderungen und ihrer Auswirkungen ist in diesem Verfahrensstadium nicht erforderlich.

Lediglich ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass auch ein strafprozessualer Anfangsverdacht nicht fern liegt und zu prüfen ist. Infrage kommen beispielsweise die Verschleierung der Softwareänderungen beweiserhebliche Prüfdaten, etwa der sogenannte Calibration Verification Number. Insoweit erscheinen eine Fälschung beweiserheblicher Daten (§ 269 StGB) und bei hierdurch bewirkter unzutreffender Bescheinigung der Vorschriftsmäßigkeit des Fahrzeugs, eine mittelbare Falschbeurkundung (§ 271 StGB) möglich.

Ah Reutlingen, 5 Gs 140/26

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Unfallflucht und Schock

Wer sich unerlaubt vom Unfallort entfernt, muss mit Regressansprüchen seiner Versicherung rechnen. Wenn er dies allerdings nicht arglistig tut, steht ihm der Kausalitätsgegenbeweis offen.

Hier hatte die Versicherungsnehmerin und Fahrerin vorgetragen, dass sie aufgrund eines Unfallschocks weitergefahren sei. Sie hätte beweisen müssen, dass außergewöhnliche äußere und innere Bedingungen vorlagen, die ihre Willensfreiheit im Rahmen einer Bewusstseinsstörung beeinflussen würden. Hiervon konnte sie das Gericht nicht überzeugen.

Insofern war auch nicht auszuschließen, dass sie beim Unfall alkoholisiert gewesen ist. Diese Unklarheiten gehen zu ihren Lasten, da sie beweispflichtig ist.

OLG Hamburg, 14 U 16/26

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Identifizierung anhand eines schlechten Überwachungsfotos

Wenn der Sachverständige keinen Wahrscheinlichkeitsgrad feststellen kann, dass es sich bei dem Betroffenen um den Fahrer handelt, sondern lediglich in Betracht zieht, dass der Betroffene der Fahrer sein könnte, kann der Tatrichter anhand eines grobkörnigen Messfotos die Identität nicht feststellen. Insbesondere muss dann auch im Urteil dargestellt werden, dass das Bild eine Identifizierung zulässt. Und natürlich hätte dargestellt werden müssen, warum den Ausführungen des gerichtlich bestellten Sachverständigen nicht gefolgt wird, da diese Feststellung grundsätzlich als höherwertiger anzusehen sei.

OLG Zweibrücken, 1 ORbs 3 SsRs 42/25

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Zustellung beim Verteidiger

Die Zustellung eines Bußgeldbescheides an den Verteidiger ist nur wirksam und kann die Verjährung unterbrechen, wenn sich eine schriftliche Vollmacht bei der Akte befindet (§ 51 III OWiG): Und die neue sechsmonatige Verjährungsfrist greift nur, wenn die Angelegenheit nicht schon zum Zeitpunkt der Gesetzesänderung verjährt war.

KG Berlin, 3 ORbs 165/26

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Austausch von Geräteteilen

Werden LIDAR-Modul und Systemplatine getauscht, liegt keine Modifizierung und somit kein erneuertes Gerät vor, es genügt die verpflichtende Neueichung.

AG Landstuhl, 2 OWi 4211 Js 2475/26

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