Aussetzungsantrag muss beschieden werden

Wenn das Gericht einen Aussetzungsantrag nicht vor Erlass des Urteils bescheidet, liegt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. Hier war der Aussetzungsantrag auch nicht unbeachtlich, da es um Informationen geht, die (bereits obergerichlich geklärt) der Betroffene zu erhalten hat (hier Token – Datei und Passwort). Und auch wenn die Informationen bei der Behörde nicht vorliegen, sondern zuerst angefordert werden müssen, bleibt es bei dieser Entscheidung.

Die Rechtsbeschwerde wurde zugelassen wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs. Die Entscheidung wurde aufgehoben, die Sache zur erneute Verhandlung zurückverwiesen. 

OLG Celle, 3 ORbs 6/25

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Vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis

Die Wertgrenze für einen bedeutenden Fremdschaden ist derzeit bei 1.600 € anzusetzen.

LG Wiesbaden, 5 Qs 27/25

Sechs Monate nach Bekanntwerden der Tatumstände ist eine vorläufige Entziehung im Ermittlungsverfahren nur dann noch verhältnismäßig, wenn weitere Umstände dafür sprechen, dass bei einer weiteren Teilnahme am Straßenverkehr durch den Beschuldigten eine Gefahr
von ihm ausgeht.

AG Kiel, 43 Gs 7396/24

Und das Überfahren einer Leiche stellt keinen Unfall im Sinne von § 142 StGB dar. Auch mangelt es an einem entsprechenden Schaden, die Totenfürsorge fällt nicht hierunter. Aber selbst wenn man einen Schaden annehmen wollte, wäre dieser nicht materiell messbar. Daher scheidet die vorläufige Erziehung der Fahrerlaubnis im Ermittlungsverfahren nach § 111a StPO aus.

AG Hagen, 66 Gs 733/25

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Urteilsgründe

Die Begründung eines Urteils muss verständlich, ohne Widersprüche und lückenlos sein. Auch hat jeder Angeklagte einen Anspruch darauf, dass ein ihn betreffendes Urteil mit einem Mindestmaß an Sorgfalt abgefasst wird.

Das Revisionsgericht vermutet, dass der Richter das Urteil diktiert und anschließend nicht mehr kontrolliert hat. Auch war der Angeklagte entgegen der Meinung des Richters nicht geständig, die Identifizierung und Wiedererkennung durch den Zeugen offenbar mehr als zweifelhaft und vor allen Dingen lückenhaft und schlecht begründet.

Es wird darauf hingewiesen, dass die Straßenverkehrsgefährdung abweichend von den alltäglich vielfach auftretenden Überschreitungen der Verkehrsregeln deutlich zu unterscheiden ist. 

Und auch die Erwägungen zum Schuldspruch und zur Strafzumessung sind nicht tragfähig.

KG Berlin, 3 ORs 27/25

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Entzug von roten Nummernschildern

Wird wiederholt gegen die Vorschriften zur Verwendung von roten Kennzeichen verstoßen, kann sich eine negative Gesamtprognose ergeben, die den Entzug rechtfertigt.

VG Bremen, 5 V 2096/21

Erlaubt sind nach § 41 FZV:

Probefahrten

Überführungsfahrten

Prüfungsfahrten

Fahrten zur Werkstatt

Tanken oder Reinigung (anlässlich einer der anderen Fahrten)

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Atemalkoholmessung

Bei einer Atemalkoholmessung mit einem Dräger Alcotest 9510 DE kann von einem standardisierten Messverfahren ausgegangen werden. Das Gericht ist nur zu einer weiteren Sachverhaltsaufklärung verpflichtet, wenn konkrete Anhaltspunkte für eine Fehlmessung vorgetragen werden.

OLG Karlsruhe, 3 ORbs 330 SsBs 629/24

Im Grenzbereich (bei 0,25 mg/l) kommt beispielsweise eine Hyperventilation in Betracht. Auch eine zu große Abweichung der zwei Messungen bzgl. AAK und Atemtemperatur kann darauf hindeuten, aber nur, wenn der Proband bei beiden Proben die gleiche Atemtechnik angewandt hat (OLG Zweibrücken, 1 OWi 2 SsBs 83/18).

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