Ohne Belehrung keine Verwertung der Aussage

Wenn ein konkreter Tatverdacht besteht, muss der Beschuldigte vor einer Vernehmung über sein Aussageverweigerungsrecht belehrt werden. Kommt es zu einer rein informatorischen Befragung durch die Polizei und macht der Betroffene ohne entsprechende Belehrung Angaben, unterliegen diese Angaben einem Beweisverwertungsverbot.

LG Duisburg,35 Qs 38/18

Im entschiedenen Fall ging es um die vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis nach einem Verkehrsunfall mit Unfallflucht. Der Beschuldigte hatte eingeräumt, alleiniger Nutzer des Fahrzeugs zu sein. Diese Angabe durfte nicht mehr verwertet werden.

 

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Unfallregulierung auf Gutachtenbasis, Verweisung auf günstigere Fachwerkstatt

Wenn ein Geschädigter auf Basis des Sachverständigengutachtens fiktiv abrechnet, kann er unter Beachtung der Vorgaben der Rechtsprechung auf eine günstigere Reparaturmöglichkeit verwiesen werden, auch wenn er von durchschnittlichen Stundenverrechnungssatz aller Werkstätten vor Ort ausgeht. Der Durchschnittswert der Stundenverrechnungssätze ist ein rein statistischer Wert, der keine Aussagekraft über konkrete Stundenverrechnungssätze der jeweiligen Werkstätten enthält. Insoweit ist der Verweis auf eine günstigere Reparaturmöglichkeit aus Gründen der Schadensminderungspflicht möglich.

LG Düsseldorf, 19 S 138/17

 

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Beim AG Schweinfurt gibt es nicht (sofort) alle Unterlagen über die Messung

In einem Bußgeldverfahren lehnte es die Behörde ab, mir die Dokumentation nach § 31 MessEG zur Verfügung zu stellen. Hierauf habe ich Antrag auf gerichtliche Entscheidung (§ 62 OWiG) gestellt. Das Gericht hat diesen Antrag als unbegründet zurückgewiesen.

Es weist darauf hin, dass Akteneinsicht (schon nach dem Wortsinn) beschränkt sei auf den tatsächlichen Akteninhalt. Das Recht auf Akteneinsicht sei nicht gleichzusetzen mit dem Recht auf einen bestimmten Akteninhalt. Anderes würde nur gelten, wenn bestimmte Dokumente durch die Verfolgungsbehörde bewusst aus der Akte ferngehalten bzw. entnommen würden. Es wird allerdings darauf hingewiesen, dass im weiteren Verfahrensverlauf das Gericht ohnehin gehalten sein könnte, von Amts wegen oder auf förmlichen Beweisantrag der Verteidigung hin den Sachverhalt umfassend zu erforschen. So könnte nach den Umständen des Einzelfalles auch durch das Gericht entschieden werden, dass weitere Dokumente für die Beweisaufnahme erforderlich sind. Allerdings sei das Bußgeldverfahren auf schnelle und unkomplizierte Erledigung angelegt. Dem würde es widersprechen, wenn für jede Verfahrensakte zunächst umfangreiche Dokumente kopiert werden müssten.

AG Schweinfurt, 2 OWi 160/18

Warum in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen wird, dass teilweise von Verteidigern die Beiziehung der vollständigen Bedienungsanleitung zur Akte gefordert wird, ist hier nicht nachvollziehbar. Diesen Antrag habe ich nicht gestellt, die Bedienungsanleitung liegt selbstverständlich bei mir vor.

Auch habe ich gerade erst darüber berichtet, dass bspw. das OLG Düsseldorf einen derartigen Antrag für notwendig erachtet.

 

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Keine fiktiven Mängelbeseitigungskosten beim Werkvertrag

Wenn der Besteller das Werk behält und einen Mangel nicht beseitigen lässt, kann er im Rahmen seines Schadensersatzanspruches statt der Leistung nicht mehr die fiktiven Mängelbeseitigungskosten gelten machen. Ihm steht ausschließlich ein Anspruch auf Ersatz des Minderwertes (sogenannte Minderung) zu.

BGH, VII ZR 46/17

 

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Kein Kindesunterhalt für 2. Studium

Wenn die Eltern ihrem Kind eine angemessene Ausbildung finanziert haben, die den Begabungen und Neigungen des Kindes entspricht, besteht auch bei guter wirtschaftlicher Lage grundsätzlich keine Verpflichtung, dem Kind eine weitere Berufsausbildung zu gewähren, wenn es in dem erlernten Beruf nach Abschluss der Ausbildung keine Anstellung findet.

OLG Hamm, 7 UF 18/18

 

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